Die Fischbacher Plattler

Als die Gruppe 1973 von Fritz Froihofer gegründet wurde, hat sie zunächst der Gründer selbst geleitet. Danach nahmen Alfred Hauer, Herbert Hödl und Hans Reindl für kurze Zeit das Zepter in die Hand. Zwölf Jahre lang wurde daraufhin nach den Anweisungen von Heinz Brunnhofer geplattelt, bis er im Jahr 2004 den Plattlerleiter zurücklegte und Franz Kerschenbauer das Amt übernahm. Nachdem Franz im Jahr 2008 seine Funktion wieder zur Verfügung stellte, wurde die Tanzleitung in den folgenden Jahren zeitweise von Herbert Meixner, Heinz Brunnhofer und Bernhard Froihofer übernommen. Bis Anfang 2013 Johann Doppelhofer das Amt ergriff und seither für Motivation und regelmäßiges Proben sorgt.  Den Ton geben unsere Musikanten mit der Steirischen Harmonika an. Während zu Beginn Herbert Froihofer aufspielte, wird die Gruppe schon seit längerer Zeit von Johann Brunnhofer begleitet. Auch Franz Kerschenbauer jun., Anton Leitenbauer, Lorenz Froihofer und Christian Froihofer spielten für die Plattlergruppe.

Die Plattler (Tänze) wurden teilweise von den Vorgängergruppen übernommen. In letzter Zeit hat sich jedoch der Brauch eingebürgert, dass jeder "Plattler-Bräutigam" an seiner Hochzeit mit einem neuen Plattler überrascht wird, um ihm den Einstieg in das Eheleben noch angenehmer zu gestalten. Nur durch gute Kontakte mit anderen Gruppen war es möglich, sich die dafür erforderlichen Plattler anzueignen - mittlerweile ist das Repertoire auf 19 angewachsen.

Die Schuhplattlergruppe ist in mehr als zehn Ländern Europas sowie in den USA bekannt. Durch unsere Auftritte, auch gemeinsam mit der Vortanzgruppe, hatten wir die Möglichkeit viele verschiedene Länder zu bereisen und Freundschaften mit anderen Gruppen zu schließen.

In letzter Zeit werden auch Plattlerkurse angeboten, um das Fortbestehen des Schuhplattelns in Fischbach zu sichern. Zusätzlich dazu ist es schön wenn man sieht, wie unterschiedliche Generationen gemeinsam platteln. So haben sich in den vergangenen Jahren so einige motivierte Jugendliche finden können, welche die Zahl der Fischbacher Schuhplattler aktuell auf 14 Personen bringen.

 

Unser Repertoire

Amboßpolka
Auerhahn
Aufmarschplattler
Bankplattler
Edelweißer
Enzianer
Gauschlag
Halterbua
Holzhacker
Landsleut
Königseer
Mohder
Reinbacher
Schottischer
Steffl
Tannenbaum
Tiroler
Triffelner
Watschenplattler
Windhofer

 

Entstehungsgeschichte des Plattelns

Der Schuhplattler, meist kurz Plattler genannt, hat seinen Namen von den laut klatschenden Schlägen der Hände auf die Oberschenkel und auf die Schuhe der angebeugten Füße. Erste Aufzeichnungen über diese Tanzform stammen aus Tirol und aus dem bayrischen Raum.

Der ausgeprägten Rhythmik und der Möglichkeit, mit ihm seine Geschicklichkeit und Kraft ausdrücken zu können, verdankt der Schuhplattler seine besondere Stellung im Volkstanz. Alte Beschreibungen und Bilder zeigen den Schuhplattler als Werbetanz. Der Tänzer umtanzt das Mädchen, das sich vor ihm fortdreht. Die wesentlichen Bewegungen des Tanzes entspringen dem Bemühen des Tänzers, der Tänzerin seine Vorzüge und Männlichkeit vor Augen zu führen. Dabei wird der Improvisationskunst des Tänzers freies Spiel gelassen und der Schuhplattler hat, selbst vom gleichen Tänzer ausgeführt, nie zweimal ein vollständig gleiches Aussehen. In dieser Form - als Paartanz mit freier Ausführung - ist der Schuhplattler Bestandteil des traditionellen Volkslebens gewesen.

In den Achzigerjahren des 19. Jahrhunderts setzte eine Volkstumspflege ein, bei der auch der Schuhplattler mit einbezogen wurde. Dabei hat man die Bewegungen der einzelnen Paare aufeinander abgestimmt und den Bewegungsablauf festgelegt; aus dem Einzelpaartanz wurde ein Gruppenpaartanz, bei dem alle Teilnehmer zu gleicher Zeit die gleiche Bewegung ausführen. Um vor dem Publikum und im Wettbewerb mit anderen Gruppen bestehen zu können, mussten sich die Schuhplattler einer intensiven Probenarbeit unterwerfen. Dabei ließ das Interesse der unbeschäftigten weiblichen Mitglieder schwinden, sodass sich der Schuhplattler zum Männertanz wandelte. Dadurch verlor er allerdings auch seinen ursprünglichen Sinngehalt.